Expertentalk: Co2 & Spam

900.000 Tonnen Treibhausgase durch Spam monatlich: Was müsste getan werden, um das globale Spam-Aufkommen signifikant zu reduzieren?

Laut eines Berichts des Katapult-Magazins (Ausgabe No.24, Jan-Mar 2022, S. 68) verursachen Spam-Emails monatlich einen weltweiten Ausstoß von 900.000 Tonnen Treibhausgasen. Das entspricht dem monatlichen Co2 Ausstoß von Staaten wie Estland.

Die Informationssicherheitsbeauftragte beim Hessischen Landeslabor, Anne-Madeleine Ackermann, kommt auf das Ergebnis, dass das tägliche Spam-Aufkommen 7,5 % der täglich von Autos in Deutschland verursachten Co2-Emissionen entspricht. Die Organisation Carbon Literacy Project hat errechnet, dass 2018 die jährlichen Co2 Emissionen von Emails etwa 40% der Co2 Emissionen des weltweiten Luftverkehrs entsprachen.

Egal welche der Zahlen man als Grundlage nimmt, die Ergebnisse der Studien sind eindeutig: Emails verursachen verdammt viele Treibhausgas-Emissionen.

Wenn man sich anschaut, wie hoch der Anteil von Spam an dem gesamten E-Mail-Aufkommen ist (Statista schätzte den Anteil Ende 2021 auf 45,7%), liegt in der grundsätzlichen Vermeidung von Spam ein enormes Potential, den globalen Co2 Ausstoß und damit dem globalen Klimawandels entgegenzuwirken.

Spam-Filter erkennen heute bis zu 99,9% aller Spam-Emails, so dass es nur ein marginaler Bruchteil der weltweit versendeten Spam-Emails in das Postfach, oder gar in die Spam-oder Quarantäne Ordner der Internet-User schafft. Aus den Augen heißt aus dem Sinn, doch das ändert wenig an der Tatsache, dass weiterhin Milliarden Spam-Emails verschickt werden und dabei unnötiges Co2 ausstoßen. Spam-Emails sind zugleich seit Anbeginn des Internetzeitalters eines überflüssigsten Dauerprobleme des Internets.

Expertentalk Co2 & Spam

In unserem Expertentalk möchten wir deshalb der Frage nachgehen, was eigentlich getan werden müsste, um das weltweite Spam-Aufkommen signifikant zu reduzieren. Dabei werden wir die Spam-Problematik aus technischen, regulatorischen, wirtschaftlichen, aber auch gesellschaftlichen Aspekten betrachten und diskutieren, wie sich ein 30 Jahre altes Problem der Umwelt zuliebe doch noch lösen ließe. Darüber hinaus würde eine Eindämmung von Spam-Emails auch zur Verbesserung der IT-Security beitragen, da mit identischen Methoden und Techniken auch Phishing und Malware verschickt werden.

Zum Expertentalk des Cyber Security Cluster Bonn am 8. Juni 2022 von 17:00-18:30 Uhr begrüßen wir folgende Gäste:

Patrick Koetter, Geschäftsführer sys4 AG

Patrick Koetter gilt als einer der führenden DANE– und DNSSEC– Experten, leitet die beiden Kompetenzgruppen E-Mail und Anti-Abuse im eco-Verband, erneuert derzeit im Auftrag des BSI die Technischen Richtlinien für Sichere E-Mail und Email Authentication und berät EU-Behörden bei der Auswahl und Festlegung auf Standards für sicheren Mailaustausch.

Yvonne Bernard, CTO Hornetsecurity

Dr.-Ing. Yvonne Bernard studierte an der Leibniz Universität Informatik (B.Sc., M.Sc.) und  promovierte anschließend dort im Bereich Sicherheit in offenen verteilten Systemen in der DFG-Forschergruppe OC-Trust. Sie arbeitete parallel über 5 Jahre an der Leibniz Universität Hannover als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Gebiet System- und Rechnerarchitektur. Während dieser Zeit veröffentlichte sie über 20 wissenschaftliche Publikationen in den Bereichen Vertrauen, Sicherheit, offene Systeme, Verteilte Systeme, Multiagentensysteme sowie Machine Learning.

Sie war 2 Jahre bei Hornetsecurity als Personal Assistant tätig, anschließend 5 Jahre lang Head of Product Management. Seit 2021 treibt sie als Chief Technical Officer in den Bereichen Produktmanagement, Softwareentwicklung, Innovation and Research, Security Lab und Cloud Entwicklung die strategische und technische Weiterentwicklung des Cloud Security Pioniers voran.

Stefan Cink, Business Unit Manager NoSpamProxy

Stefan Cink hat die Grundlagen von NoSpamProxy mit gelegt. Er analysiert regelmäßig neueste Angriffsszenarien bei Kunden und kann dabei auf die Erfahrung aus der Tätigkeit als Systemengineer im Bereich Messaging zurückgreifen. Er ist Mitglied des Boards der EBCA Arbeitsgruppe von Teletrust.

Sven Krohlas, Security Consultant, BFK edv-Consulting
Sven Krohlas ist ehemaliger Leiter der Kompetenzgruppe Email beim eco Verband der Internetwirtschaft, ehemaliger Co-Chair im Collaboration Committee der MAAWG (Messaging and Anti-Abuse Working Group) und Verfasser zahlreicher Fachbeitrage rund um die Themen Email-Sicherheit und Phishing.